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ORA ET LABORA
   

Geschichte
 


Eine erste Initiative für die Errichtung eines Priorates in Maribor gab es im Jahre 1922, als das Stift St. Paul zur Rettung seines Besitzes im heutigen Slowenien ein von St. Paul abhängiges Priorat mit Sitz im Viktringerhof, Vetrijnska ulica 16, in Maribor errichtete. Bestrebungen des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen, Großgrundbesitzer zu enteignen und diesen Besitz Kleinbauern zuzuteilen oder zu verstaatlichen, bedeutete eine Gefahr, dass das gleiche Schicksal auch St. Paul treffen könnte. Einen Schutz davor sah man in der Errichtung eines von St. Paul unabhängigen Priorates. Konsequent durchgeführt wurde diese Trennung angesichts der Gefahr der Enteignung des Stiftes St. Paul durch das Deutsche Reich. So wurde am 31.10.1938 die Errichtung eines selbständigen Priorates Maribor vollzogen und der gesamte Grundbesitz des Stiftes St. Paul in Slowenien als Patrimonium auf das neue Priorat übertragen. Auch das Stift Admont hatte große Besitzungen in Slowenien, welchen nach der Aufhebung des Stiftes die Verstaatlichung drohte. Noch vor einer solchen Maßnahme wurde der Besitz mit Bestätigung des Bischofs von Maribor dem Priorat Maribor zugeschrieben.
Als auch Slowenien unter die Herrschaft des Deutschen Reiches kam, erfolgte die Aufhebung des Priorates und damit verbunden die Beschlagnahme des Besitzes und die Übertragung des Eigentums auf das Deutsche Reich. Nach Ende dieser Herrschaft wurde der Besitz wieder auf das Priorat Maribor rückübertragen, aber nach nicht ganz zwei Jahren durch die erfolgte Agrarreform wieder enteignet und sukzessive ins Staatseigentum überführt. In dieser kurzen Zeit des Wiederauflebens des Priorates (1945-1947) wurde dieses mit Reskript der Religiosenkongregation aus der Österreichische Benediktinerkongregation, der es allerdings nie offiziell einverleibt worden ist, ausgegliedert und der neu gegründeten Slawischen Kongregation zugeordnet. Als Prior Administrator wurde der Kroate P. Martin Kirigin OSB eingesetzt. Da aber durch die Enteignung durch den jugoslawischen Staat kein eigenes Ordenshaus mehr zur Verfügung stand, wurde der Sitz des Priorates im Jahre 1948 nach Opatija in Kroatien übertragen, wo ein Haus der Olivetaner als Ordenshaus zur Verfügung stand, nachdem diese nach Italien zurückgekehrt sind.
 
Im Jahre 1962 ergab sich für die kleine Kommunität die Möglichkeit, eine alte Abtei auf der Insel Pašman in Kroatien neu besiedeln zu können. Diese Neugründung, das heutige Priorat Čokovac, verwaltete weiter auch den Besitz des Priorates Maribor, wo P. Bernhard Toman OSB (+1987) verblieben war und wo P. Modestus Merkač als Professe neu dazu gekommen ist. Dieser Umstand, dass es 1992 beim Inkrafttreten des Denationalisierungsgesetzes in Slowenien ein in Slowenien tätiges Ordensmitglied gab, ermöglichte die Antragstellung auf Rückübertragung des Besitzes auf das Priorat. Nach erfolgter Entschädigung der beiden österreichischen Stifte St. Paul und Admont, konnte an die Wiedereröffnung des Priorates als klösterliche Gemeinschaft geschritten werden. Im Jahre 2009 wurde der alte Mairhof in Limbuš bei Maribor als Klostergebäude adaptiert und am 5.7.2009 feierlich eingeweiht. Am 12.09.2009 begann das gemeinsame Leben in diesem neuen Ordenshaus, nachdem am 01.05.2009 Erzabt em. Edmund Wagenhofer vom Abtprimas zum Prior Administrator bestellt worden ist. Das alte Eingangsportal des Hauses ziert ein Chronogramm, das besagt, dass im Jahre 1846 das Haus zu neuem Leben erweckt worden ist, nachdem es dem Verfall preisgegeben war. Dieser Spruch kann nun auch für die Neubelebung im Jahre 2009 angewendet werden, wo das Haus nicht bloß vollständig renoviert, sondern auch mit neuem Leben erfüllt worden ist.
 
Mit dem Aschermittwoch beginnen die vierzig Tage der Vorbereitung auf das Osterfest. Vierzig Jahre wanderte das Volk Israel durch die Wüste, vierzig Tage verbrachte Mose auf dem Berg Sinai, vierzig Tage wanderte Elija zum Gottesberg Horeb, Jesus fastete vierzig Tage in der Wüste.
© 2009 Benediktinski priorat Maribor
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